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Unsere Chronik

Vorgeschichte

Bereits vor 1900 (Gründung der Feuerwehr Kürenz) gab es in Kürenz Gerätschaften zur Brandbekämpfung. So beschaffte die Gemeinde 1854 eine Spritze. Eine Feuerlöschordnung existierte seit 1855. Ein Brandkorps, so nannte man den Vorläufer der Feuerwehren, oder eine Freiwillige Feuerwehr existierte jedoch nicht. Bei kleineren Bränden organisierten sich die Kürenzer Bürger selbst, bei größeren Bränden kam die Feuerwehr der nahen Stadt Trier zur Hilfe.

Zur Erläuterung: Kürenz war damals noch nicht nach Trier eingemeindet, sondern eine eigenständige Gemeinde.

Gründung

Am 04. August 1900 wurde dann in Kürenz eine Freiwillige Feuerwehr (Feuerlöschgesellschaft) gegründet.
Schon damals waren die finanziellen Mittel knapp. Und so fiel die Erstausstattung der Wehr auch recht bescheiden aus, ja die Uniformen mussten von den Wehrmännern aus eigener Tasche finanziert werden.
Erst durch die Aufnahme eines Darlehns, Kürenzer Bürger übernahmen hierfür die Bürgschaft, konnten weitere Uniformen und Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden. Das erste "Gerätehaus" der Wehr war ein Raum unterhalb der Kürenzer Kapelle (Ecke Brunnenstraße / Schlossstraße), das Vereinslokal befand sich in der Wirtschaft Kordel (Ecke Nell - und Domänenstraße).
Der erste "Chef" (Brandmeister) der Kürenzer Wehr war Matthias Müller. Unter ihm traf sich die Wehr einmal monatlich zu Ausbildungs- und Übungszwecken. Aufgeteilt war der Löschzug in eine Spritzen-, eine Retter- und Ordnungs-, sowie eine Wasserabteilung. Die Namen der einzelnen Abteilungen deuten auf ihre Aufgabe bei Einsätzen hin.
Bereits 1913 hatte die junge Wehr eine Personalstärke von 28 Mann. Der Erste Weltkrieg stoppte leider diese Entwicklung. Viele Feuerwehrangehörige wurden Soldaten und mussten daher die Feuerwehr verlassen. Fünf von ihnen kehrten aus diesem Weltkrieg nicht mehr zurück.
1925 feierte die Kürenzer Wehr ihr 25-jähriges Stiftungsfest. Gefeiert wurde am 5. und 6. Juli in Verbindung mit dem zweiten Kreisverbandstag Trier-Land. Dem Kreisfeuerwehrverband Trier-Land gehörte die Feuerwehr Kürenz seit dessen Gründung 1924 an. Die Wehr hatte zu diesem Zeitpunkt eine Personalstärke von 52 Mann. Die Wehrmänner waren aufgeteilt in zwei Löschzüge und diese wiederum in Retter-, Leiter- und Sanitätsabteilungen. Beeindruckend auch der Umfang der technischen Ausrüstung: auf eine mechanische 14-Meter-Leiter, zwei Ausziehleitern, acht Hakenleitern, zwei Schlauchwagen, einen Gerätewagen, sowie einen Krankenwagen und 450 Meter Schlauch konnte die Wehr im Einsatzfall zurückgreifen!

Eingemeindung

Am 21. Mai 1930 beschließt der preußische Landtag das Gesetz über die Eingemeindung von Euren, Biewer, Olewig und Kürenz nach Trier. Am 01. Juli 1930 erfolgt dann die Eingemeindung der Gemeinde Kürenz zur Stadt Trier. Dieser Tag hat auch einschneidende und entscheidende Auswirkungen für die Kürenzer Wehr. Aus der Feuerwehr Kürenz wurde der Löschzug Kürenz der Freiwilligen Feuerwehr Trier. Die bis dahin eigenständige Feuerwehr Kürenz wird in die Freiwillige Feuerwehr Trier eingegliedert. Laut Eingemeindevertrag als selbstständiger Löschzug mit eigener innerer Verwaltung. Weiterhin wurde in diesem Vertrag die Bereitstellung der erforderlichen Feuerlöschgeräte, die persönliche Ausrüstung von 25 Wehrmännern, sowie jedes Jahr eine Übung mit der Stadtfeuerwehr zugesichert.

Zweiter Weltkrieg und Auflösung

Die Kriegszeit und die ersten Nachkriegsjahre waren die wohl schwersten Jahre in der Geschichte des Löschzuges. Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden 17 Feuerwehrmänner eingezogen. Sieben bezahlten diesen sinnlosen Krieg mit ihrem Leben. Um Überhaupt noch einsatzfähig zu sein, war man gezwungen, die Wehr um eine Jugendgruppe und eine Altersabteilung zu erweitern.
Im Dezember 1944 wird dann der Löschzug Kürenz in die Feuerschutzpolizei eingegliedert. Die "Löschgruppe" Kürenz bestand schließlich noch aus 12 Mann und war zeitweise kaserniert. Zuletzt war die Gruppe im Kürenzer Bunker in der Domänenstraße stationiert. Am 02.Februar 1945, bei einem der letzten Luftangriffe auf Trier, wird Kürenz schwer von Brandbomben getroffen. Viele Gebäude, darunter auch das Spritzenhaus des Löschzuges erhalten Treffer und brennen. Das Spritzenhaus, das damals auf dem Schulhof in der Soterstraße stand, und damit auch Leitern, Geräte und viele Ausrüstungsgegenstände werden in dieser Nacht ein Raub der Flammen. Die Lage in Trier verschlimmert sich im Laufe des Februars immer mehr. Am 28.02.1945 erhielt die Löschgruppe den Befehl Trier zu verlassen. Sie begab sich nach Briedel an der Mosel und löste sich dort auf.
Doch nur für kurze Zeit war Kürenz ohne Feuerwehr. Bereits am 03. April 1945 gab es in Kürenz wieder eine Löschgruppe, die als Pflichtfeuerwehr Dienst tat. Im Gegensatz zur Freiwilligen Feuerwehr, wo die Dienstleistung Freiwillig erfolgt, werden hier die Mitglieder zum Dienst verpflichtet. Das aus dieser Zeit noch heute vorhandene Wachbuch vermeldet Einsätze in Kürenz und im Stadtgebiet. Am 28.Mai 1945, wenige Tage nach Kriegsende, wird diese Gruppüe aufgelöst und Peter Philippsen mit dem Neuaufbau des Löschzuges Kürenz beauftragt.

Neuaufbau

Am 04. Juni 1945 findet eine "Wiedergründungsversammlung" statt. Vierzehn Feuerwehrmänner erscheinen und ab dem 29. Juni 1945 ist die Feuerwehr Kürenz wieder einsatzbereit.
Erster Löschzugführer nach dem Krieg ist Peter Philippsen. Das Gerätehaus befindet sich im Walzwerk und im Lauf des Sommers wird auch der Übungsbetrieb wieder aufgenommen. Heute, mehr als 60 Jahre nach dem Krieg, ist es nur schwer vorstellbar, wie beschwerlich der Neuaufbau nach dem Krieg für die Wehrmänner war. Einsatzgerätschaften und persönliche Ausrüstungsgegenstände waren zerstört oder nur eingeschränkt funktionsfähig. Uniformen waren zuerst überhaupt nicht vorhanden, so dass in Zivilkleidung (!) geübt wurde. über ein Jahr waren weder das Einsatzfahrzeug, noch die vorhandene Pumpe funktionsfähig. An einen Übungs- und Ausbildungsplatz war also überhaupt nicht zu denken. Das unter diesen Umständen wieder eine funktionierende Feuerwehr aufgebaut werden konnte, zeugt von großem Mut und Idealismus.
Erst gegen Ende der vierziger Jahre normalisiert sich die Lage. Die Stadt stellt neue Uniformen und auf der Kürenzer Kapelle (1960 abgerissen) wird zur schnelleren Alarmierung eine Sirene installiert. 1950 zählt der Löschzug Kürenz wieder 28 Wehrmänner und verfügt über ein voll einsatzfähiges Fahrzeug. In diesem Jahr feiert der Löschzug auch sein 50 jähriges Bestehen.
Erst 1954, also über 9 Jahre nach Kriegsende, hat der Kürenzer Löschzug wieder ein eigenes Gerätehaus. Am 24. Oktober 1954 erfolgt die Einweihung und Übergabe des Gerätehauses in der Avelsbacherstraße.
Im Juni 1955 erhält der Löschzug dann auch ein neues Einsatzfahrzeug: Ein auf VW- Bus Basis aufgebautes Feuerwehrfahrzeug, ausgerüstet mit 10 C Schläuchen, 4 B Schläuchen, Armaturen, einer TS 8 (Pumpe) und 2 Steckleiterteilen. Für eine Freiwillige Feuerwehr zur damaligen Zeit war dieser sog. "Kleinlöschwagen" sicherlich ein hochmodernes Fahrzeug. Als der Löschzug Kürenz 1960 sein 60-jähriges Bestehen feierte, betrug die Einsatzstärke 29 Mann. Neben dem Kleinlöschwagen verfügte der Löschzug noch über einen TSA (Anhänger) und einen Schlauchkarren.
Am 15. Dezember 1965 scheidet Löschzugführer Peter Philippsen, dessen Name für den Neuaufbau des Löschzugs nach dem Krieg steht, wegen Erreichens der Altersgrenze aus dem Dienst. Die Führung des Löschzugs übernimmt Josef Becker.
Im Jahre 1966 erhält der Löschzug, der in den Kat-Schutz (Katastrophenschutz) eingebunden ist, ein zweites Fahrzeug. Es ist ein TLF 8/S, ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug auf Unimog Basis.
Erst 73 Jahre nach Gründung nennt der Löschzug Kürenz, erstmalig 1973, einen Mannschaftsraum sein Eigen. Es ist das alte Teehaus im Kürenzer Park. Doch schon bald ist dieser nur 25 m² große Raum zu klein. Ersatz findet die Wehr nur wenige Meter entfernt in der Orangerie, ebenfalls im Kürenzer Park. Am 19 Januar 1979, nach ca. 3000 Arbeitsstunden in Eigenleistung wird der neue Mannschaftsraum bezogen. Hier finden 1980 auch die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen statt.
Mittlerweile verfügt der Löschzug über ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das den in die Jahre gekommenen Kleinwagen von 1955 zwischenzeitlich abgelöst hat, das TLF 8/S, sowie ein weiteres Löschfahrzeug (LF 16). Da das Kürenzer Gerätehaus aber zu klein ist, ist dieses Fahrzeug nicht in Kürenz stationiert.
Am 23. April 1986 stellt Löschzugführer Josef Becker, schwer erkrankt, sein Amt zur Verfügung. Nur neun Monate später ist er verstorben. Erweiterung des Gerätehauses, Ausbau des Mannschaftsraumes im Park und die Gründung des Stadtfeuerwehrverbandes sind untrennbar mit seinem Namen verbunden.
Das Amt des Löschzugführers übernahm zunächst sein Stellvertreter; ab dem 10. Mai 1987 war Kurt Hardt bis zum 17.05. 2008 Chef der Kürenzer Wehr.
Im Mai 1990 feiert der Löschzug seinen 90. Geburtstag. An drei Tagen lockte ein buntes Programm die Kürenzer Bürger und viele Feuerwehrleute in den Kürenzer Park.

Der Löschzug von 1990 bis heute

Im Jahre 1991 wurde mit der Gründung der Jugendfeuerwehr Kürenz ein wesentlicher Grundstein für die Nachwuchsförderung im Löschzug gelegt. Erster Jugendfeuerwehrwart war Stefan Anton. Kurze Zeit später (1994) wurde eine erneute Neuerung im Löschzug spürbar. Bisher war die Feuerwehr in Kürenz eine Angelegenheit nur für Männer. Dann fiel jedoch auch diese Domäne. Seit diesem Jahr gibt es auch im Löschzug Kürenz Frauen im aktiven Dienst. Derzeit sind es 3 Frauen die im aktiven Dienst redlich ihren "Mann" stehen.
Wie schon öfters in seiner Geschichte ist der Löschzug Kürenz in 2 Gruppen aufgeteilt. Hierbei betrifft die Aufteilung die Themengebiete wie Reinigungsdienst, sowie organisatorische Belange. Im Einsatz stehen natürlich alle gemeinsam bereit um den Mitbürgern zu Helfen.
Da im Stadtgebiet Trier alle Sirenen abgebaut sind, erfolgt die Alarmierung des Löschzuges über Funkmeldeempfänger (FME, sog. Piepser). Zur Kommunikation bei Einsatz und Übung stehen derzeit 6 Funkgeräte zur Verfügung. Vierzehntägig, jeweils freitags, trifft sich der Löschzug zur Ausbildung. Im Winter die Theorie im Mannschaftsraum, im Sommerhalbjahr werden praktische Übungen durchgeführt. Weiterführende Ausbildung erfolgt sowohl bei der Berufsfeuerwehr Trier, als auch an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz.
Das Betätigungsfeld einer Freiwilligen Feuerwehr hat sich in den vergangenen hundert Jahren gewandelt und erweitert. Brandeinsätze, meist zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr, aber auch Hilfeleistungen bei Hochwasser und Unwetter fordert die Wehrleute. Brandsicherheitswachen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes in Europahalle, Messepark und Arena Trier werden ebenso erbracht, wie Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen. Selbst beim Jahrtausendwechsel (1999/2000) war der Löschzug Kürenz in Gruppenstärke (9 Personen) in Bereitschaft, um im Notfall schnelle Hilfe leisten zu können.
Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat die Kürenzer Wehr seit dem Jahre 2000 einen Mannschaftsraum und das Löschgerät unter einem Dach vereint. In diesem Jahr wurde das Gerätehaus am "Grüneberg" eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Zwei Einstellplätze, Keller, Mannschaftsraum, Küche, sowie eine kleine Werkstatt und Sanitärräume sind die Kennzeichnung dieses Zweckbaus. Parallel zur 100 Jahrfeier ging somit ein Traum der Kürenzer Floriansjünger in Erfüllung.
Ein zweites Fahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug, steht seit dem Jahre 2013 im D ienst des Löschzuges. Somit konnte neben dem Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6) auch der 2. Stellplatz im Gerätehaus gefüllt werden.
Am 17.05.2008 wurde Stephan Kuhn Chef der Kürenzer Wehr.

Heute besteht der Löschzug Kürenz aus 30 aktiven Feuerwehrkameraden, die Tag und Nacht bereit sind ihre Freizeit zu opfern um Mitbürgern zu helfen, getreu dem Wahlspruch:

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr.